WirKämpfenmitKindern2

Wir kämpfen mit Kindern!

Bei unseren Natur Projekten für Kinder wird viel gespielt.
Tannenzapfenschlachten, Fangspiele,  Balancierkämpfe, Schlammschlachten, Stockkämpfe, Rangelwettbewerbe, Schleichspiele und vieles mehr.

Wir spielen oft gegeneinander. Man könnte sagen viele unserer Spiele sind kämpferischer Natur.
Ist das die Natur des Menschen? Soll man die kriegerische Veranlagung fördern?

Das Spiel mit Macht und Gewalt gehört nach Meinung von Wissenschaftlern zur Entwicklung eines Kindes dazu.
Kinder und Jugendliche wollen kämpfen, rangeln und raufen. 

Wo kann man heute lernen mit Aggression umzugehen? Mit Angst, Verletzung und Wut? 

Eine friedliche Gemeinschaft muss solchen Emotionen und Gefühlen ein Ventil bieten. 

Bei unseren Spielen erleben die Kinder das in einem geschützten Rahmen  - ohne Gewalt und gröbere Verletzungen.
Dabei dürfen Wut und Angst gleichermaßen sein wie Freude, Spaß und Wohlbefinden. 

Wir haben klare Regeln um die Spiele und die Energien die darin freigesetzt werden zu lenken. Den Kindern werden Grenzen gezeigt.
Wenn zerstörerische Gewalt überhand nimmt. Wenn angestaute Wut auf Mitspieler losgelassen wird. Wenn jemand verletzt wird.

Oft führen diese Spiele zu Konflikten unter den Kindern.
Sie sind in unserem Rahmen gefordert Konflikte so zu lösen, dass alle Beteiligten einverstanden sind.
Dabei sind kämpferische Spiele ein sehr wertvolles Lernfeld.
Erlebbar wird der Unterschied von  Kampf zu Gewalt, Fairness zu Gemeinheit  und Miteinander zu Gegeneinander.
Zu kämpfen und gleichzeitig Achtung füreinander zu empfinden.

Wenn man als Kind keine Möglichkeit hat das Gegeneinander zu lernen, wann dann? 
Was passiert mit Kindern die vor jeglicher Konfrontation, jeglichen negativen Gefühlen geschützt werden?

Sie werden Konflikte meiden.
Sie werden ihre Meinung für sich behalten um kein Aufsehen zu erregen.
Sie werden sich lieber anpassen als einen Weg mit Hindernissen zu gehen.  

Wir wollen den Kindern nicht vorleben, dass der Kampf an sich etwas Gutes ist.
Aber wir wollen den Gefühlen die sie in sich tragen eine Chance geben gefühlt zu werden.
Nicht unterdrückt und womöglich bis zur Eskalation angestaut.

Dabei helfen ihnen Regeln und Grenzen. Sie finden einen Weg auch negative Gefühle mitzuteilen ohne sich gegenseitig zu verletzen.
Weder physisch noch psychisch. Und falls nicht so lernen wir zu Verzeihen, zu Entschuldigen und zu Heilen.

Der Kampf an sich ist weder gut noch schlecht. Er ist ein Werkzeug.
Ein Mittel zur Auseinandersetzung. Kinder wollen lernen damit umzugehen.

Deswegen kämpfen wir mit ihnen. Liebevoll.